KOMPETENZZENTRUM FÜR HERNIENCHIRURGIE
Das Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie bietet eine spezialisierte, qualitativ hochwertige Versorgung für Patientinnen und Patienten mit Bauchwand- und Leistenhernien. Ziel des Zentrums ist es, durch standardisierte Behandlungsabläufe, moderne Operationsverfahren und eine individuell angepasste Therapie optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen. Die Behandlung erfolgt nach dem sogenannten Tailored Approach, bei dem für jede Patientin und jeden Patienten eine maßgeschneiderte Therapie festgelegt wird. Dabei kommen sowohl offene als auch minimalinvasive Operationsverfahren und robotisch assistierte Technik (DaVinci-Xi System, Fa. Intuitive) zum Einsatz. Die gesamte Behandlung erfolgt aus einer Hand und wird durchgehend von erfahrenen Chirurgen begleitet – vor, während und nach der Operation.
Unser Zentrum für Hernienchirurgie orientiert sich an aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien und erfüllt die strengen Qualitätsanforderungen des DHG-Siegels „Qualitätsgesicherte Hernienchirurgie“ sowie die Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie, einer Auszeichnung der Deutschen Herniengesellschaft (DHG) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Das Qualitätssiegel bestätigt die hohe fachliche Kompetenz, langjährige Erfahrung und den Einsatz moderner, häufig minimalinvasiver und robotisch assistierter Operationsverfahren zur sicheren und effektiven Behandlung von Leisten-, Narben-, Nabel- und Zwerchfellhernien.
Diagnostische Maßnahmen
Sonographie des Abdomens / der Bauchdecke
Die Sonographie ist oft die erste Wahl zur Diagnostik von Bauchwandhernien, besonders wegen der Möglichkeit zur dynamischen Untersuchung. Sie erlaubt nicht nur den Nachweis, sondern auch eine erste Einschätzung der Größe und der Dringlichkeit des Eingriffes. Die Sonographie des Abdomens wird direkt in der Herniensprechstunde durchgeführt.
CT-Abdomen / -Becken
Der Stellenwert der CT (Computertomographie) bei Hernien ist klar definiert: Sie ist keine Erstlinientechnik, aber in bestimmten Situationen entscheidend – vor allem bei unklaren Befunden oder Komplikationen.
Vorteile der CT
- Hohe diagnostische Sicherheit
- Gute Übersicht über den gesamten Bauchraum und Bauchdecke
- Reproduzierbar und objektiv
Nachteile
- Strahlenbelastung
- Kontrastmittelrisiken (z. B. Niere, Allergie)
- Keine dynamische Untersuchung (anders als Sonographie)
MRT-Abdomen /-Becken
Anstatt der CT -> MRT
pH-Metrie und Manometrie:
Die pH-Metrie ermöglicht den objektiven Nachweis einer vermehrten Säureexposition im Ösophagus und damit einer häufig begleitenden Gastroösophageale Refluxkrankheit, insbesondere bei unklarer Symptomatik oder vor einer operativen Therapie. Die Manometrie hingegen beurteilt die Motilität der Speiseröhre sowie den Druck und die Lage des unteren Ösophagussphinkters und hilft, Motilitätsstörungen wie die Achalasie auszuschließen. Beide Verfahren sind vor allem präoperativ von Bedeutung, da sie die funktionelle Situation erfassen und damit entscheidend zur Therapieplanung beitragen. Die Untersuchungen können in unserer Klinik nach Terminvereinbarung durchgeführt werden.
Spektrum des Hernienzentrum
Leistenhernie und Rezidive
Eine Leistenhernie, auch Leistenbruch genannt, beschreibt einen Defekt der Bauchdecke im Bereich der Leistenregion links, rechts oder auch beidseits. Diese können angeboren oder auch erworben sein. Ferner wird eine Femoralhernie, genannt auch Schenkelbruch, definiert, welche unterhalb des Inguinalbandes durch die Lacuna vasorum medial der V. femoralis verläuft.
Mögliche Therapien:
1. Minimalinvasive Verfahren:
- TAPP, rTAPP
2. Offene Verfahren:
- Technik nach Lichtenstein (offene Hernioplastik mit Netzvestärkung), - Shouldice und – Desardae, -McVay und –Fabricio bei Femoralhernien,
Narbenhernie
Eine Narbenhernie, auch Narbenbruch genannt, ist ein Defekt der Bauchwand, die infolge einer früheren Operation an der Bauchwand auftritt. Es handelt sich also um einen Bruch, der sich an einer Stelle entwickelt, wo eine Operation stattgefunden hat. Hierbei ist die Größe der Bruchpforte von der allgemeinen Schwellung bzw Bruchsackgröße zu unterscheiden, da es für die spätere Planung des Eingriffs essentiell ist.
Mögliche Therapien:
1. Minimalinvasive Verfahren:
- MIC IPOM, VentralTAPP, MILOS,
- Robotisch assistierte Verfahren (DaVinci-Xi System, Fa. Intuitive): rTARUP und rTEP
2. Offene Verfahren:
- Offene Hernioplastik in Sublay-Technik
Parastomale Hernie
Bei der parastomalen Hernie handelt es sich um eine Inzisionshernie, welche direkt im Bereich der Bauchwandöffnung durchtritt, durch die das Stoma geführt wird. Hierbei können die intraabdoominellen Strukturen hernieren.
1. Minimalinvasive Verfahren:
- MIC IPOM in modifizierter Keyhole-Technik mit speziell dafür entwickeltem Netz (Fa. Dahlhausen, DynaMesh-IPST-R), robotisch assistierte Verfahren: rPauli, MIC Hernioplastik in Sugabaker-Technik oder Sandwich-Technik
2. Offene Verfahren:
- Offene Hernioplastik in modifizierter Keyhole-Technik mit speziell dafür entwickeltem Netz (Fa. Dahlhausen, DynaMesh-IPST-R)
Zwerchfell- / Hiatushernie
Eine Hiatushernie ist eine pathologische Erweiterung des Hiatus oesophagei, wodurch ein Anteil des Magens oder auch kompletter Magen bzw. weitere Organe in den Thorax hernieren können. Symptome, die hierbei auftreten können, sind: Sodbrennen, Reflux von Mageninhalt, retrosternaler Druck oder Schmerzen, Chronischer Hustenreiz, Schluckstörungen.
- Minimalinvasive / robotisch assistierte Verfahren: DaVinci assistierte Hernioplastik und Fundoplicatio nach Nissen / -Toupet, ggf mit Netzaugmentation
- Offene Verfahren: in seltenen Fällen: offene Hernioplastik









