Krankenhaus Waldfriede erfolgreich saniert

28. Mai 2025
  • Gläubiger haben im gerichtlichen Abstimmungstermin dem Sanierungsplan des Krankenhauses einstimmig zugestimmt



  • Waldfriede wird mit allen acht Abteilungen und allen 700 Beschäftigten ohne Einschränkungen weitergeführt


  • Vorstand, Restrukturierer der Sozietät Wellensiek sowie Berater von Consus Health haben Krankenhaus Waldfriede finanziell und operativ nachhaltig neu ausgerichtet 



Berlin, 28. Mai 2025 Die Gläubiger des Krankenhauses Waldfriede haben gestern den Sanierungsplan beim Amtsgericht Charlottenburg einstimmig angenommen. Das Gericht wird das Verfahren in Kürze aufheben.


Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhaus Waldfriede e.V., hat gemeinsam mit den Restrukturierern Christopher Seagon und Stefan Hofherr, beide Partner der bundesweit tätigen Sozietät Wellensiek, in den vergangenen Monaten umfangreich operativ und finanzwirtschaftlich wirkende Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und so die exzellente medizinische Versorgungsqualität des Waldfriede für Berlin gesichert.


Die 700 Beschäftigten des Krankenhaus Waldfriede bieten ihren Patientinnen und Patienten uneingeschränkt ambulante und stationäre Versorgung weiterhin auf höchstem medizinischem Niveau.


„Wir haben die Abläufe in allen Abteilungen unseres Krankenhauses Waldfriede sehr genau unter die Lupe genommen und Maßnahmen ergriffen, die der Klinik bereits jetzt aber insbesondere langfristig weiterhelfen“, sagt Vorstand Quoß. Maßgeblich beigetragen zu diesem 2 Sanierungserfolg haben die rund 700 Mitarbeiter des Waldfriede, da sie die Sanierungsmaßnahmen bereits engagiert umsetzen.


Zukünftig wird Quoß die ambulante Patientenversorgung in Waldfriede weiterentwickeln. „Die Ärzte führen immer häufiger Operationen ambulant durch“, erläutert der Vorstand. Hierfür wurde schon im Jahr 2021 ein extra dafür errichtetes ambulante-stationäres OP-Zentrum in Betrieb genommen. Diese Entwicklung wird aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Vergütung medizinischer Versorgungsleistungen weiter zunehmen.


Aber der Trend zu ambulanten Operationen hat Grenzen und Waldfriede verfügt über ein breites und qualitativ hochwertiges Angebot stationärer Leistungen. „Wir haben ein komplexes Leistungsspektrum und sind zum Beispiel bei der robotergestützten Chirurgie, die ausschließlich stationär durchgeführt wird, in Berlin weit vorne“, ergänzt Quoß. So werden in Waldfriede die zweitmeisten Darmkrebs- und Brustkrebsoperationen in der Hauptstadt durchgeführt. Waldfriede verfügt außerdem über die größte handchirurgische Abteilung in Deutschland. Im Bereich der Pankreaschirurgie liegt das Haus unter den Top 4 der Berliner Krankenhäuser und gehörtzu den wenigen Kliniken bundesweit, die diesen Eingriff robotergestützt durchführen, was ebenfalls zu einer hervorragenden medizinischen Qualität beiträgt.


„Die hohe Qualität der medizinischen Versorgung war eine wichtige Basis für eine nachhaltige Sanierung des Krankenhauses Waldfriede“, erläutert der Generalbevollmächtigte Christopher Seagon. Das von den beiden Generalbevollmächtigten gemeinsam mit dem Krankenhaus und der beauftragten Beratungsgesellschaft Consus Health, unter Leitung von Marco Martin, erarbeitete und in wenigen Monaten umgesetzte Sanierungskonzept verband die finanzwirtschaftlichen Sanierungsmöglichkeiten eines Schutzschirmverfahrens mit der leistungswirtschaftlichen Sanierung.


Unter anderem vermeidet das Krankenhaus bereits durch optimierte Prozessabläufe Leasingpersonal und damit unnötige Ausgaben. „Wir haben das interne System stärker an Leistungen orientiert“, erläutert Seagon weiter. Er sieht das Krankenhaus Waldfriede für die künftigen Aufgaben auch unter den Gesichtspunkten der Gesundheits- und Krankenhausreform gut gewappnet. „Das Schutzschirmverfahren ermöglichte den rechtssicheren Rahmen, um leistungswirtschaftliche Maßnahmen zu planen und auch umzusetzen. Damit konnten wir das Krankenhaus finanziell auf künftige Anforderungen vorbereiten und im Klinikbetrieb verschiedene Abläufe verbessern, mit denen wir Waldfriede zum Beispiel auf Entwicklungen in der Medizin angepasst haben“, so Seagon weiter.


„Hierzu wurde das medizinische Leistungsspektrum geschärft, sowie die internen Prozessabläufe optimiert, so dass beispielsweise die OP-Kapazität erheblich erweitert werden konnte“, ergänzt Martin.


Im Zuge der Neuaufstellung wurde auch die Position des ärztlichen Direktors neu besetzt. Diese wichtige Stelle hat nun der bereits zuvor im Krankenhaus Waldfriede als Chefarzt tätige Priv.-Doz. Dr. Martin Lautenbach übernommen. Die Pflegedienstleitung wird ebenso neu besetzt.



Über das bisherige Verfahren

Das Krankenhaus Waldfriede befindet sich seit Mitte Oktober 2024 in einem Schutzschirmverfahren und passt sich an die neue Marktsituation an. Der Klinikbetrieb wird seit Antragsstellung uneingeschränkt in allen Abteilungen mit rund 700 Beschäftigten durch den Vorstand und die Generalbevollmächtigten fortgeführt, die Patienten haben weiterhin sämtliche Behandlungen unter den höchsten Qualitätsstandards erhalten. Der Antrag war aus verschiedenen Gründen notwendig. Wesentlich waren die erheblichen Preissteigerungen vor allem in den Bereichen Energie, Unterhalt von Gebäuden und medizinischen Geräten und beim (Leasing-)Personal. Die Vergütung der medizinischen Leistung – vor allem über die Fallpauschalen, über die sich die Kliniken maßgeblich finanzieren – wurden zuvor nicht im erforderlichen Umfang angepasst. Zudem musste das Krankenhaus Waldfriede aufgrund seiner Leistungsentwicklung in den letzten zwölf Jahren rund 9 Millionen Euro an Patienteneinnahmen im Rahmen der Mehrleistungsabschläge wieder zurückzahlen, was zu einer zusätzlichen erheblichen Belastung führte. Das Schutzschirmverfahren wird wie üblich von einem Sachwalter begleitet. Das Gericht hat hierfür Herrn Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas Flöther eingesetzt. Mit Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger, hebt das zuständige Amtsgericht das Schutzschirmverfahren nach Ablauf der üblichen Fristen in den kommenden Wochen auf.


Über den Verein Krankenhaus Waldfriede e. V.

Der Krankenhaus Waldfriede e.V. betreibt das „Krankenhaus Waldfriede“ mit Sitz im Berliner Stadtbezirk SteglitzZehlendorf. In dem 1920 gegründeten Krankenhaus werden jährlich ca. 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt. Es ist Ausbildungszentrum für Robotik in der Pankreaschirurgie, europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken in der Koloproktologie und als onkologisches Zentrum der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sowie im Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001 zertifiziert. Das Krankenhaus Waldfriede erhält seit Jahren internationale und nationale Auszeichnungen für medizinische Leistungen. Die Handchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie mit SAV-Zulassung der gewerblichen Berufsgenossenschaften und Schwerpunkt Rheumahandchirurgie ist durch die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie zweimal mit dem Expertenzertifikat ausgezeichnet worden. Das Gesundheitsnetzwerk Waldfriede ist einer der größten Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe im Bezirk Berlin-Zehlendorf. Mehr Informationen: www.krankenhaus-waldfriede.de


Über die Generalbevollmächtigten und die Sozietät Wellensiek

Die vom Vorstand des Vereins Waldfriede e.V. berufenen Generalhandlungsbevollmächtigten Rechtsanwälte Christopher Seagon und Stefan Hofherr sind Partner der bundesweit tätigen Sozietät Wellensiek, eine auf Unternehmenssanierungen spezialisierte Partnergesellschaft. Die Partner der Kanzlei besitzen langjährige 4 Erfahrung in der Bewältigung von Krisen national und international tätiger Unternehmen. Die Kernkompetenz liegt in der Insolvenzverwaltung und der Krisenberatung. Weitere Schwerpunkte sind die Beratung der Organe von Gesellschaften und Treuhandlösungen für mittelständische und große Unternehmen. Mehr Informationen: www.wellensiek.com



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Und wieder andere fürchten einen Eingriff in ihre Intimsphäre - und haben etwa Sorge davor, in den ersten Tagen nach der OP nicht selbstständig auf die Toilette gehen zu können. «Viele Patienten haben bereits negative Erfahrungen gemacht und fürchten, dass sich diese wiederholen», sagt Michael Volland. Er leitet die Projektgruppe «Angstfreies Krankenhaus» an der Klinik Waldfriede in Berlin. Aber nicht immer hat die Vergangenheit ihre Finger im Spiel. «Auch wenn man im Alltag nicht von Ängsten belastet ist, kann ein Krankenhausaufenthalt kniffelig werden, weil man einen Teil der Kontrolle abgeben muss», sagt Prof. Dirk Wedekind. Er ist Oberarzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen. «Oft sind es Erwartungsbefürchtungen, das Gefühl, ein Stück macht- und ratlos zu sein, die zur Angst führen.» Manchmal kann schon ein Perspektivwechsel auf die Angst guttun: Denn sie zeigt erst einmal nur an, dass eine besondere Situation vor einem liegt, der man sich stellen muss. Oft warten auf der anderen Seite, wenn etwa die Operation überstanden ist, Erleichterung und Stolz. 4 Strategien für den Umgang mit Ängsten Ob in Form von Panikattacken oder schweren Schlafstörungen: Nimmt die Angst vor dem Krankenhaus überhand, wird sie nicht nur zur enormen Belastung für Patientinnen und Patienten, sondern kann im Extremfall auch Auswirkungen auf den Erkrankungsverlauf und die Prognose haben, so Dirk Wedekind. Nicht zuletzt sorgten starke Ängste auch immer wieder dafür, dass Patienten wichtige Operationstermine absagen. Wer also merkt, dass ein anstehender Klinikaufenthalt enorme Ängste auslöst, sollte sich am besten rechtzeitig um psychotherapeutische Unterstützung kümmern. Was kann man noch tun? Diese vier Strategien können helfen: 1. Die Angst beim Namen nennen «Für viele Menschen ist es immer noch ein großer Schritt, Ängste zuzugeben. Es wird oft als Schwäche gesehen, Angst zu haben», sagt Michael Volland. Dabei sei eine offene Kommunikation der wichtigste Tipp, um den Sorgen zu begegnen - ob beim OP-Vorgespräch oder bei der Aufnahme auf der Station. «Es ist gut, wenn man die Ängste offen und selbstbewusst ins Gespräch bringt. So wird man ernst genommen», sagt Volland. Nur wenn das medizinische Personal informiert ist, kann es auf die Ängste reagieren und gemeinsam mit dem Patienten nach Lösungswegen suchen. 2. Informationen sammeln Ein neues Umfeld, ungewohnte Abläufe und medizinische Fachbegriffe, bei denen einem die Ohren schlackern. Krankenhausangst ist oft auch eine Angst vor dem Unbekannten. Da kann es helfen, möglichst viele Informationen zusammenzutragen. Sie ermöglichen es, die Situation möglichst nüchtern und rational zu bewerten, erklärt Wedekind. «Je weniger Überblick man über die Lage hat, desto stärker kommen Affekte und Emotionen ins Spiel, die oft schwer zu kontrollieren sind.» Während der Vorbereitungsgespräche vor einem Eingriff findet «eine große Vertrauensarbeit statt», wie Michael Volland es nennt. «Deswegen ermutige ich Patienten, alle Fragen zu stellen, die ihnen am Herzen liegen. Die Sorge, Umstände zu machen oder die Zeit des Arztes zu rauben, ist völlig unbegründet. Dafür ist der Arzt da.» Berechtigt sei auch die Frage nach der Erfahrung von Arzt oder Ärztin. «Diese Information würde ich ebenfalls einfordern, um mir einen Eindruck zu machen», sagt Volland, der als Chirurg tätig ist. Auch Zweitmeinungen von anderen Ärzten oder differenzierte Informationen aus dem Internet können dabei helfen, sich ein besseres Bild der eigenen Situation zu machen. Es gibt aber auch das Gegenteil: Manche Menschen haben kein Informationsbedürfnis, sondern fühlen sich besser, wenn sie eher wenig wissen. Wem es so geht, der sollte das kommunizieren. «Wir haben zwar eine Aufklärungspflicht und müssen natürlich mögliche Risiken einer Operation nennen. Aber man kann diese unterschiedlich gewichten», so Volland. 3. Soziale Unterstützung suchen - im Umfeld und in der Klinik Eine große Hilfe im Umgang mit Ängsten kann die Begleitung durch einen vertrauten Menschen sein. Es ist also eine gute Idee, Familie, Freunde und Co. mit ins Boot zu holen. Zum Teil machen auch die Krankenhäuser selbst Unterstützungsangebote. Auf Angstpatienten spezialisierte Kliniken wie das Krankenhaus Waldfriede, wo Michael Volland tätig ist, bieten etwa eine OP-Begleitung durch einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin an. «Die Zeit vor der Operation ist für den Patienten oft nervlich am strapaziösesten. Dabei jemanden an der Seite zu haben, wird sehr geschätzt», sagt der Mediziner. In anderen Fällen, wie etwa lebensverändernden Diagnosen, kann die Begleitung durch einen Psychotherapeuten oder Psychiater sinnvoll sein, sagt Dirk Wedekind. So bieten viele Krankenhäuser psychoonkologische Beratungen an, die bei Krebsdiagnosen Orientierung geben können. 4. Entspannungstechniken nutzen Ob Meditation, Atemtechniken, Hypnose, Lieblingsmusik - in vielen Fällen können Entspannungstechniken helfen, Stress abzubauen und Ängste zu reduzieren. Steht ein Krankenhausaufenthalt an, kann es deshalb sinnvoll sein, vorher zu testen, welche Formen der Entspannung einem guttun, rät Michael Volland. «Bei ausgeprägter Angst, ist es auch möglich, ein leichtes Einschlafmedikament zu bekommen und somit dem Körper die nötige Entspannung zu geben», sagt Dirk Wedekind. Diesen Wunsch sollte man am besten schon im Vorgespräch anbringen.
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